Auf den Punkt gebracht. Schönes Interview zum Spiel bei den Primaten aus Meck-Pomm.

Er erlebte Spiele gegen Rostock sowohl als St. Pauli-Fan auf der Tribüne als auch als Profi und hat als Gesetzeshüter Einblick in das Seelenleben der Kollegen von der Polizei: Kaum wer ist so befugt, Kritik an der Spielansetzung bei Hansa zu üben, wie Fabian Boll (30).
MOPO: Herr Boll, was dachten Sie, als Sie von der Terminierung hörten?
Boll: Ich war sehr überrascht. Wer auch immer das zu verantworten hat, muss in den letzten Jahren irgendwo anders gewesen sein.
MOPO: Ein Argument ist, dass gehofft wird, weniger St. Paulianer würden an einem Montagabend mitreisen.
Boll: Das hätte ich verstanden, wenn wir in München spielen würden, aber nicht in Rostock.
MOPO: Sie denken also nicht, dass darunter die Unterstützung leiden wird?
Boll: Wir freuen uns über jeden Fan, können aber auch alle verstehen, die sich das nicht geben wollen. Zumal die Anonymität in der Dunkelheit größer, die Hemmschwelle zur Gewalt kleiner wird.
MOPO: Sie waren 2008 dabei, wurden in Rostock mit einem Feuerzeug beworfen.
Boll: Es war erschreckend, diese Leute zu sehen mit den ausgestreckten rechten Armen und ihre Parolen zu hören. Vor allem gegen Mo Sako.
MOPO: Auch Ihre Kollegen von der Polizei werden kaum vor Freude im Kreis springen.
Boll: Für sie heißt es wieder Überstunden machen und Kopf und Kragen riskieren für die Entscheidung von Ahnungslosen. So ein Spiel ist doch aus jeder Warte für'n Arsch.
(MOPO vom 09.10.2009 / SEITE 39)