DIE STATISTIK LÜGT NICHT
Hier seht ihr eines meiner meistverkauften Online-Sportbilder aus dem ersten Quartal 2026. Auch eines meiner erfolgreichsten Printmotive stammt aus dieser Serie: die Frustreaktion von Luka Vuskovic beim HSV-Spiel gegen Leverkusen. Apropos Verkäufe: Ich habe mir die Zahlen mal genauer angesehen. Drei Dinge haben sich dabei einmal mehr bestätigt:
1. Online bringt regelmäßig viele Verkäufe an und nach Spieltagen. Schon allein deshalb, weil es deutlich mehr Onlinemedien als Printmedien gibt und damit auch wesentlich mehr Möglichkeiten, Bilder zu verkaufen.
2. Print bringt nach wie vor deutlich mehr Geld pro Lizenz als Online. Gerade Magazine können mit wenigen Veröffentlichungen wirtschaftlich interessanter sein als eine ganze Reihe von Onlineverkäufen.
3. Auch Sportbilder sind ein langfristiges Archivgeschäft. Gerade neutrale Aufnahmen einzelner Spieler können noch Monate oder Jahre später gefragt sein, wenn über sie berichtet wird. Das eigentliche Spiel ist dann längst Geschichte.
Da ich Statistiken liebe und nicht ignoriere, habe ich meine Art zu fotografieren, gerade beim Sport, etwas verändert. Natürlich habe ich auch vorher schon journalistisch und wirtschaftlich gedacht. Aber manchmal war ich dann doch mehr Fotograf und habe vor allem auf das schöne Bild geachtet. Inzwischen achte ich noch bewusster darauf, welche Motive später tatsächlich gebraucht werden. Denn das fotografisch schönste Bild verkauft sich nicht unbedingt am besten.
Bei journalistischen Motiven gehört auch Glück dazu. Manchmal wird ein Bild erst später interessant, weil über einen bestimmten Spieler berichtet wird. Dann zählt nicht mehr das Spiel, sondern die Person. Bei den eher nüchternen Motiven geht es noch einen Schritt weiter: möglichst neutral und vielseitig verwendbar. Vereinfacht gesagt: wenig drumherum, viel Kopf.
Für beide gilt: Man muss sie vorher auch fotografiert haben.
Fazit: Das ist alles nicht neu und vermutlich auch keine bahnbrechende Erkenntnis. Aber es verändert dennoch den eigenen Blick auf ein Fußballspiel. Und manchmal eben auch die Entscheidung, wann man auf den Auslöser drückt. Denn ein Spiel dauert eben nicht nur 90 Minuten. Es geht auch um die zwei Stunden davor und die Stunde danach.